Bei Liberogic setzen wir uns laufend für die Verbesserung der Webaccessibility ein. Nun haben wir auf dem Tech-Informationsdienst „Zenn“ einen Artikel veröffentlicht, der sich mit der Sprachsteuerung englischer Beschriftungen und dem Erfolgskriterium WCAG 2.5.3 „Label in Name“ befasst: „Englisch, Katakana und Accessibility“.
Im Folgenden stellen wir vor, was uns zu diesem Artikel bewogen hat und welche Erkenntnisse wir dabei gewonnen haben.
Der Auslöser war „PAGE TOP“, das auf japanischen Websites häufig zu sehen ist.
Auf japanischen Websites finden sich zahlreiche Beschriftungen, die englische Buchstaben dekorativ verwenden, etwa „PAGE TOP“ oder „News“. Für japanische Muttersprachler sind solche englischen Beschriftungen völlig unproblematisch verständlich.
Sobald man diese Beschriftungen jedoch per Sprache bedienen möchte, zeigt sich ein überraschendes Phänomen. Richtet man den accessible name nach dem WCAG-2.5.3-Kriterium an „PAGE TOP“ aus, reagiert die Sprachsteuerung nicht mehr, wenn japanische Sprecher „ページトップ“ (Pēji toppu) sagen.
Diese Diskrepanz, dass das Erfüllen eines Kriteriums und die tatsächliche Sprachbedienung nicht übereinstimmen, hat uns beschäftigt. Wir haben das Verhalten mit der Sprachsteuerung auf dem Mac überprüft und Ursachen sowie Lösungsansätze zusammengefasst.
Das Erfüllen eines Kriteriums ist nicht dasselbe wie die Nutzbarkeit
Mit diesem Artikel wollten wir vermitteln, dass das Erfüllen eines Erfolgskriteriums und die tatsächliche Bedienbarkeit durch Nutzer nicht zwangsläufig übereinstimmen.
Der Artikel beschreibt, wie sich japanspezifische Schreibweisen mit den Anforderungen der Accessibility-Richtlinien vereinbaren lassen und wo sie sich widersprechen. Anhand eines einzelnen Erfolgskriteriums zeigen wir die dabei sichtbar gewordenen Widersprüche im Detail.
Den Artikel finden Sie hier:
Englisch, Katakana und Barrierefreiheit (Zenn)
Hinweis: Die Erläuterungen und Einschätzungen in diesem Artikel beruhen auf unserer eigenen Auslegung, die auf bisheriger praktischer Erfahrung basiert. Das Verhalten der Sprachsteuerung wurde unter macOS geprüft und kann in anderen Umgebungen abweichen. Wir empfehlen, den Artikel zusammen mit den WCAG-Richtlinien zu lesen.
Fazit
Wir sehen Web-Barrierefreiheit nicht als Aufgabe, die mit dem Abhaken einer Checkliste erledigt ist. Entscheidend ist vielmehr die Frage, ob sich eine Website im Alltag tatsächlich nutzen lässt.
Solche kleinen Reibungspunkte zwischen Normen und der Praxis näher zu untersuchen, wie in diesem Artikel, trägt ebenfalls zu einem tieferen Verständnis von Barrierefreiheit bei.
Liberogic setzt sich weiterhin dafür ein, Websites und Dienste zu schaffen, die für alle Menschen gut nutzbar sind, und teilt sein technisches Wissen sowie seine praktischen Erfahrungen. Bei Fragen zur Barrierefreiheit wenden Sie sich gerne an uns.
Vom DTP in die Webwelt: Heute beherrscht er Markup, Frontend, Projektleitung und Barrierefreiheit gleichermaßen – ein wahrer "Techniker-Guru". Seit den Anfängen von Liberogic vielseitig im Einsatz und heute eine lebende Enzyklopädie im Team. Derzeit tüftelt er mit großer Begeisterung an effizienteren Abläufen durch gezielte Prompts – etwa mit der Frage: "Können wir bei der Barrierefreiheit nicht mehr auf KI setzen?" Technik und Denkweise entwickeln sich weiter.
Ayumu Futamata
IAAP-zertifizierter Web Accessibility Specialist (WAS) / Markup-Entwickler / Frontend-Entwickler / Webdirektor