Das ist schon eine Weile her. Im vorherigen Artikel haben wir über Veranstaltungen zur Datennutzung und den Erwerb von Zertifizierungen berichtet. Diesmal geht es um die Erstellung eines Dashboards mit Looker Studio.
Anfangs hatte ich ziemlichen Respekt davor, doch sobald ich die Zahlen grafisch aufbereitet hatte, tauchten ganz von selbst neue Fragen und Interessen auf. Warum zeigt sich dieser Trend? Welche Daten bräuchte ich, um tiefer einzusteigen? Beim Ausprobieren hat mich die Arbeit damit schnell gepackt.
Allerdings ist es verständlich, wenn der Einstieg zunächst abschreckend wirkt. Deshalb möchten wir in diesem Beitrag einige Anregungen geben für alle, die Datennutzung für eine hohe Hürde halten, und erzählen, wie wir bei Liberogic mit schlanken Dashboards arbeiten.
Wir hoffen, dass dieser Artikel dazu beiträgt, dass sich noch mehr Menschen unbefangen mit Daten beschäftigen. Nach dem Motto: Man muss nicht gleich alles perfekt machen. Vielleicht probiert ihr es ja selbst einmal aus!
Was ist eigentlich „Looker Studio“?
Vielen ist es sicher bekannt: Looker Studio ist ein BI-Tool von Google.
Daten, die in Google Analytics, Google Ads, Google Search Console und anderen Verwaltungsoberflächen verteilt sind, lassen sich in einem einzigen Dashboard zusammenführen.
Während sich Berichte per Drag-and-Drop zusammenstellen lassen, bietet das Tool zugleich umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten und wird deshalb von Einsteigern bis zu Expertinnen und Experten gleichermaßen genutzt.
Das Tool ist kostenlos nutzbar. Wenn Sie beim Lesen dieses Artikels neugierig geworden sind, probieren Sie es doch einfach einmal aus.
https://lookerstudio.google.com/overview
Das Ideal ist ein Ort, an dem man alles auf einen Blick findet.
Die Entwicklung der Seitenzugriffe wird wöchentlich, monatlich und jährlich verfolgt. Darüber hinaus gibt es spezialisierte Detailberichte für einzelne Bereiche, etwa "Ereignisberichte", "Suchberichte" und "Trafficberichte".
Unser Ziel ist es, vom Überblick bis zur detaillierten Analyse alles nahtlos in Looker Studio abzubilden.
So ausgedrückt klingt das ganz vernünftig, in der Praxis ist es jedoch eher ein "Herantasten".
Hinter den Kulissen der Dashboard-Entwicklung
Zunächst haben wir uns auf einen unkomplizierten Einstieg konzentriert und mit wöchentlichen und monatlichen Berichten begonnen.
Grundsätzlich erstellen wir Dashboards, indem wir Datentabellen aus GA4 und anderen Quellen einbinden.
- Wochenbericht
Wird genutzt, um die ersten Reaktionen auf kürzlich veröffentlichte Artikel zu erfassen. Außerdem hilft es dabei, Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche sowie aktuelle Trends zu erkennen, etwa "Wie entwickelt sich der Traffic bei neuen Artikeln?" oder "Welche Trend-Keywords gibt es in dieser Woche?"
- Monats- und Jahresberichte
Anhand der Verlaufsgrafiken der letzten sechs Monate und des Vorjahresvergleichs wird das allgemeine Wachstum der Website überprüft. Als "Dauerbeobachtung" werden zudem Veränderungen beim Geräteanteil sowie beim Verhältnis neuer zu wiederkehrender Besucher verfolgt, um den Zustand der Website über einen mittel- bis langfristigen Zeitraum zu bewerten.
Alle Berichte nutzen die vielfältigen visuellen Darstellungen von Looker Studio, damit sich die Situation intuitiv erfassen lässt.
Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung, wie wir die Berichte nutzen.
1. Nutzung von Scorecards und Diagrammen
Die wichtigsten Kennzahlen werden als "Scorecards" groß dargestellt. Durch die Gegenüberstellung von Vergleichswerten fallen Auffälligkeiten sofort auf.
Die Entwicklung der Zugriffe wird in "Liniendiagrammen" oder "Zeitreihendiagrammen" zusammengefasst, sodass sich der Verlauf visuell leicht nachvollziehen lässt.
② Vielseitige Visualisierung
Mithilfe von Kreisdiagrammen werden Geräteanteile sowie neue und wiederkehrende Besucher visualisiert. Veränderungen von Anteilen lassen sich so auf einen Blick erfassen, was bei reinen Zahlenreihen oft schwer vorstellbar ist.
③ Detaillierte Datentabellen
Wir haben außerdem Listen erstellt, die nur die Kennzahlen enthalten, die für uns relevant sind, etwa die Verweildauer nach Seitenpfad.
Nachdem die Grundberichte stabil liefen, haben wir uns an tiefergehende Analysen gewagt und eine Anbindung an BigQuery umgesetzt.
So war beispielsweise die Visualisierung von Seitenwechseln innerhalb der Website möglich, was mit den Standardfunktionen nur schwer darstellbar war.
Nach Aufbereitung der in BigQuery gespeicherten Daten und deren Übergabe an das Sankey-Diagramm in Looker Studio lassen sich die Bewegungen auf der Website nun intuitiv nachvollziehen.
Derzeit arbeite ich mit Hochdruck daran, diese Abfrage zu automatisieren und die Pipeline so aufzubauen, dass stets die neuesten Daten einfließen.
Die Visualisierungen sind noch nicht so ausgereift wie die Oberfläche von GA4, daher wird auch hier weiter nachgebessert.
Darüber hinaus nutze ich die "Datenintegration", um unterschiedliche Datentabellen zu verknüpfen. So lassen sich beispielsweise die durchschnittlichen Suchrankings einzelner Keywords im Zeitverlauf verfolgen oder die Top 10 der beliebtesten Themen nach Ländern erstellen ...
Da ich mich dabei von dem Interesse leiten lasse, "was man wohl Spannendes herausfinden könnte", packe ich vieles in ein Dashboard. Ehrlich gesagt tue ich mich damit schwer, es übersichtlich zu gestalten.
Trotz dieser Herausforderungen wird das Dashboard in unseren wöchentlichen Jour-fixe-Meetings genutzt.
Da wir bei Liberogic großen Wert auf die Erstellung von Artikeln legen, ist für uns die Liste "Top 10 der beliebtesten Artikel" von besonderem Interesse.
Wenn man in Zahlen sieht, dass die eigenen Artikel gelesen werden, ist das schlicht erfreulich. Und es ist außerordentlich spannend zu erkennen, dass Themen je nach Land unterschiedlich stark Beachtung finden – etwa "im Inland eher verhalten, im Ausland aber sehr gefragt".
Fazit
Die Genauigkeit wird derzeit noch intensiv verfeinert. Wir legen aktuell jedoch mehr Wert darauf, direkt mit den Daten zu arbeiten und dabei neue Ansätze zu entdecken, als auf eine hundertprozentig korrekte Antwort zu zielen.
Statt sich mit Zahlen abzuquälen, öffnet man das Dashboard ganz entspannt mit der Frage: "Wie sahen die Ergebnisse diese Woche aus?"
Auch eine so lockere Herangehensweise ist eine echte "Datennutzung".
Hinweis: Die verwendeten Daten werden gemäß unserer Datenschutzrichtlinie als statistische Informationen verarbeitet, die sich mit nicht personenbezogenen IDs nicht einer bestimmten Person zuordnen lassen.
Als Neueinsteiger hat er sich zum Director hochgearbeitet und kämpft derzeit mit vollem Einsatz. Ob Design oder Werbeschaltung: Er strebt danach, in allen Bereichen zu Hause zu sein und ein wahrer Allrounder zu werden. Beruflich setzt er auf einen souveränen Projektauftritt, privat genießt er das Leben als Stubenhocker in seiner Festung namens Zuhause. Außerdem ist er ein Anime-Fan.
Handan-chan
Web Director / Eintritt 2022